Seiser(Rats)Blick vom 10. April 2026
100 Tage im Amt Fragen an Gemeinderätin Chiara Bühlmann

pd – Jetzt sind Sie bald 100 Tage Gemeinderätin in Sins. Sind Sie gut im Amt angekommen?
Grundsätzlich bin ich gut angekommen – also ja. Ich bin aber der Meinung, angekommen ist nicht fertig, es ist ein laufender Prozess. Ich brauche sicher noch Zeit, bis ich vollumfänglich eingearbeitet bin und meinen Weg finden darf.
Wie haben sich Ihre Erwartungen und Vorstellungen in der ersten Amtszeit erfüllt? Wie sieht die zeitliche Belastung aus?
Es ist eine sehr spannende Arbeit, die mir viel Einblick in Sachthemen gewährt, mit denen ich mich bis jetzt wenig befasst habe. Die Perspektiven und Sichtweisen zu Themen schärfen sich mit der Arbeit. Die Arbeitsauslastung ist aus meiner Sicht mehr, als ich es erwartet habe. Der Einstieg hat mehr Zeit erfordert, als ich angenommen habe, wenn ich an die vielen Sitzungen oder Repräsentationen denke.
Was haben Sie für erste Eindrücke aus Ihrer politischen Arbeit in den Ressorts Einbürgerungen, Kindes- und Erwachsenenschutz, Gesundheitheit und Soziales?
Die politische Arbeit bereitet mir sehr viel Freude. Die erste Einbürgerung war sehr erfolgreich, in dem wir Menschen eine Chance geben durften, die sich mit der Schweiz befassen und sich für den Schweizer Pass vorbereitet haben. Ich durfte weiter dahinter sehen, wie das System der Sozialhilfe und im Speziellen in unserer Gemeinde funktioniert. Mir war zu wenig bewusst, wie viele Menschen nicht so privilegiert leben dürfen und wenig Perspektiven haben. Unsere materielle Hilfe kommt an Leute, die wirklich diese Hilfe benötigen. Unserem breiten und gut ausgearbeiteten Gesundheitswesen müssen wir zudem Sorge tragen.
Welche wichtigen Ziele in Ihrer Ressortarbeit sehen Sie in der laufenden Legislatur?
Was mir wichtig ist, dass ich meine Ressorts so wahrnehmen kann, wie ich es gern möchte. Nur so kann ich mir eine fundierte Meinung in meinen oder auch anderen Bereichen treffen. Zudem habe gesehen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden ist. Selbst im Sozialhilfe-System sind Möglichkeiten offen, dies auszubauen.
Haben Sie als neue Gemeinderätin einen Wunsch an die Bevölkerung?
Im Gemeinderat werden viele Entscheidungen getroffen, die häufig umgeben sind von starren Vorgaben. Meine Erfahrung ist es, dass wir im Gremium möglichst die beste Lösung für die Sinser Bevölkerung erarbeiten. Die Bitte wäre es, dass man nicht alles nur schwarz-weiss sehen kann, sondern dass es auch viele Graubereiche gibt, um so ein Resultat zu erreichen, hinter dem möglichst viele stehen können. Es gibt also nicht nur gut oder schlecht, wenn man einen Weitblick zulässt. Das sind meine ersten Erkenntnisse in dieser kurzen Amtszeit.