Sinser Rats-Blick vom 27. August 2010

Jugendarbeit:

Fragen an Gemeinderätin Yvonne Notter-Hertlein

Wie stehen Sie zum Vorwurf „Jugendarbeit kostet viel, aber bringt nichts“?

Jugendarbeit ist unverzichtbar! Es sind nicht alle Jugendlichen z. B. in einem Verein engagiert. Darum braucht es ergänzende Angebote aus öffentlicher Jugendarbeit. Mit den eingesetzten beschränkten Mitteln kann aber im Rahmen der Jugendarbeit nicht alles gelöst werden.

Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen der heutigen und der früheren Jugend?

Unsere Jugendlichen sind – um beim Klischee zu bleiben – nicht besser oder schlechter als früher. Dass sich die Veränderungen in unserer Gesellschaft auch in der Jugend widerspiegeln, liegt auf der Hand. Kinder und Jugendliche orientieren sich an dem „was und wie“ wir leben. All das übernehmen Kinder und Jugendliche heute viel spontaner und impulsiver oder auch anders, als wir denken. Ich selber erlebe die Mehrheit der Jungen als interessiert und engagiert.

Was sind die Ursachen der jetzigen Probleme mit der Jugend?

Eigentlich muss jeder bei sich selber anfangen. Jugendliche loten immer Grenzen aus. Das Umfeld muss darum Grenzen und Konsequenzen aufzeigen. Es geht also nicht nur um das was sondern auch wie man dies aufzeigt.

Was läuft in der Jugendarbeit?

Seit anfangs Jahr läuft in der Jugendkommission das Konzept „agieren vor reagieren vor reparieren“. Die Kernbotschaft ist, es braucht jeden! Die konkrete Jugendarbeit verlangt ein gutes Netzwerk, viele Beteiligte müssen in einem Dorf zusammen spannen. So sollen in die Arbeit der Jugendkommission weitere Personen einbezogen werden. Aus dem Massnahmenkatalog sind Themen wie der Jugendraum oder die Projekte „Jugend mit Wirkung“ oder Sackgeldjobs bereits lanciert.

Welche Erfahrungen machen Sie mit der mobilen Jugendarbeit?

Jugendliche treffen sich vielfach an informellen Plätzen. Seit 1 ½ Jahren ist das orange Jugendmobil in Sins gezielt unterwegs. Die mobile Jugendarbeit ist bei den Jugendlichen bekannt. Der Jugendarbeiter Stefan Frank konnte in erstaunlich kurzer Zeit das Vertrauen der Jugendlichen gewinnen. Es braucht diese Vernetzung und das gegenseitige Vertrauen, um Projekte umzusetzen. Das Bedürfnis für Jugendarbeit ist klar vorhanden.

Viele ärgern sich über das Verhalten der Jugendlichen auf öffentlichen Plätzen. Wie gehen Sie dieses Problem an?

Das ist etwas, was mich selber auch stört. Dieses gesellschaftliche Problem geht uns alle an. Die ganzheitliche Sicht verlangt von allen Verantwortlichen hinzuschauen. Aus der Jugendarbeit heraus kann so auch gehandelt werden.

Welche Massnahmen sind dazu geplant?

Die Jugendkommission sucht mit der Polizei und der Schule ganz direkt die Zusammenarbeit. Nebst der Prävention sind Massnahmen wie Arealordnungen, Platzaufsichten oder das Handeln bei fehlerhaftem Verhalten wichtig. Es ist klar, dass die Leute im Blick von aussen aktives Handeln verlangen, das Wirkung und Resultate zeigt. Ein sauberes und sicheres Dorf ist auch unser Ziel!


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